Wenn ich viel und fett esse, vertrage ich mehr Alkohol.
Das ist falsch. Reichhaltiges Essen verzögert zwar die Aufnahme von Alkohol ins Blut, zu guter Letzt kommt der getrunkene Alkohol aber doch dort und damit im Gehirn an. Wer vor dem Trinken viel isst, erreicht also nur, dass die Promille langsamer steigen. Keinesfalls sollte man sich auf die „gute Unterlage“ verlassen, wenn es ums Autofahren geht.

 

Alkohol fördert die Verdauung.
Genau das Gegenteil ist der Fall: Alkohol behindert die Verwertung anderer Nährstoffe. Das liegt daran, dass der Körper Alkohol nicht speichern kann. Er wird somit vorrangig und sofort als Energieträger genutzt und verbrannt. Die übrige Nahrung muss dann warten, bis sie an die Reihe kommt.

 

Kaffee macht nüchtern.
Auch falsch. Möglicherweise fühlt man sich dank der aufputschenden Wirkung des Koffeins nach einem Kaffee subjektiv frischer, am langsamen Alkoholabbau durch die Leber und der eingeschränkten Reaktionsfähigkeit ändert das nichts. Das Gleiche gilt übrigens auch für Energy-Drinks und für verschiedene „Wundermittel“, die den Alkoholabbau beschleunigen oder den Kater verhindern sollen. Für keines dieser Mittel konnte ein überzeugender wissenschaftlicher Wirkungsnachweis erbracht werden.

 

Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir.
Die Reihenfolge der Getränke ist vollkommen egal. Für die Auswirkungen von Alkohol ist einzig die Menge entscheidend. Der Spruch kommt aus dem Mittelalter als sich nur Reiche Wein leisten konnten. Wer in den Genuss von Wein kam, wollte sich den Geschmack durch Bier nicht „verhunzen“.

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Eine der häufigsten Alkohol-Mythen ist leider richtig: Alkohol tötet wirklich Gehirnzellen. Alkohol ist ein Nervengift und man schätzt, dass pro Rausch 20.000 bis 30.000 Gehirnzellen verloren gehen. Zusätzlich stört Alkohol die Kommunikation zwischen den Nervenzellen, was sich negativ auf Konzentration und Gedächtnis auswirkt.